Woman posing in the back of a car

MPB trifft: Lifestyle-Fotografin Anna Fichtner

Veröffentlicht am 2. Juli 2021 von MPB

Interior- und Lifestyle-Fotografin Anna Fichtner reist um die Welt und fotografiert für verschiedene Kund:innen und Publikationen. Wir haben uns mit Anna getroffen, um über ihre Arbeit, ihre Canon-Ausrüstung und ihre Pläne für die Zukunft zu sprechen.

MPB: Wie bist du zur Fotografie gekommen? 

AF: Zu meinem 13. oder 14. Geburtstag habe ich mir meine erste Digitalkamera gewünscht, und dann stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich Fotografin werden möchte. Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, hieß es natürlich von vielen Seiten: „Willst du nicht lieber was Vernünftiges lernen?“ Meine Eltern haben mich aber zum Glück immer unterstützt. 

Nach meinem Schulabschluss habe ich dann 2011 eine Ausbildung als Fotografin begonnen.

MPB: Welche Kamera und Ausrüstung benutzt du? Und wie wichtig ist dir die Ausrüstung als Fotografin?

AF: Seit Beginn an fotografiere ich mit Canon und zum Jahreswechsel habe ich mir die Canon EOS R5 ins Haus geholt, mit der ich mich immer mehr anfreunde. Für mich ist das Equipment mein Werkzeug, d.h. es muss robust sein und ich möchte mich darauf verlassen können – daher mag ich wohl auch meine Canon EOS 5D Mark IV so gerne. Als kleiner Tech-Nerd freu ich mich über neue Objektive etc. meist mehr als über ein paar Schuhe!

MPB: Du fotografierst auch analog. Hat dies einen bestimmten Grund oder Einfluss auf deine Aufnahmen?

AF: Insgeheim hätte ich gerne in den 60ern und 70ern gelebt. Der Charme der damaligen Zeit vermittelt so viel Lebensgefühl – im hier und jetzt, keine Technik – und wenn ich analog fotografiere, ist das wie eine kleine Zeitreise. Außerdem hat man pro Film nur 36 Aufnahmen zur Verfügung. Ich überlege also bei jedem Bild mehrmals, ob ich abdrücke. Somit wird jeder Moment besonders. Denn auch das technische Können wird gefordert und so taucht man in die Bildszene ein, damit die Schärfe, Belichtung und der Winkel auf jeden Fall stimmt.

MPB: Fotografierst du immer mit Tageslicht und wartest somit auf den besten Augenblick für deine Interior-Aufnahmen?

AF: Durch die analoge Fotografie habe ich gelernt geduldig zu sein, den Moment abpassen und Licht zu sehen. Und das findet sich in meinen Interior-Aufnahmen, welche digital entstehen, wieder. Für mich ist die Verbindung zu meinem Objekt enorm wichtig. Ich will es verstehen, egal ob es ein Mensch oder Raum ist. Bei meinen Interieur-Geschichten tauche ich komplett ein. Manchmal streife ich stundenlang durch die verschiedenen Räume, bevor ich überhaupt das erste Foto mache. Dabei frage ich mich immer: Was soll der Person im Raum transportiert werden? Welche Intention steckt dahinter? Was steht im Mittelpunkt? Und da Licht dabei eine entscheidende Rolle spielt, bevorzuge ich auch das Tageslicht, um für die Betrachter:innen die richtige Connection einfangen zu können.

MPB: Deine Portraits wirken sehr natürlich und man hat eine gewisse Verbundenheit. Hast du einen bestimmten Trick dass deine Models sich so fallen lassen können?

AF: Wie schon erwähnt, ist für mich die Verbindung super wichtig. Vor den Shootings spreche ich oft mit den Models um bereits ein Gefühl zu bekommen. Und die Stimmung am Set gehört natürlich auch dazu. Ich bin sehr unkompliziert und bleibe auch in turbulenten Situationen ruhig. Ich denke, das macht viel aus, denn so entsteht für das Model ein Safe Space. Und wenn man selbst authentisch ist, überträgt sich das auch auf die Models. 

MPB: Viele deiner Bilder sind auch von Kapstadt. Was inspiriert dich an dieser Stadt und weshalb ist diese Stadt so besonders für dich? 

AF: Als ich 2017 in einem kleinen kreativen Loch war, hat mein Bauchgefühl gesagt, ich muss nach Kapstadt. Gesagt, getan. Und diese Stadt hat so viele Türen in mir – und im Außen – geöffnet, dass es daher schon einen besonderen Platz in mir hat. Für meinen persönlichen Seelenfrieden brauche ich die Natur, die Weite, die Einsamkeit, um Kraft zu tanken. Meine kreative Seite braucht aber eine Stadt, den Trouble, viele Eindrücke – immer Action. Und mit Kapstadt habe ich die für mich perfekte Kombination gefunden. Dadurch, dass ich nun schon einige Male dort war, fühlt es sich auch nach einem zweites Zuhause an und hat sich dadurch zu einer guten Base für die kalten Wintermonate entwickelt.

MPB: Hast du momentan ein Projekt, an dem du arbeitest? 

AF: Ich arbeite gerade an einem besonders spannenden Projekt. Mein Kunde startet gerade mit einem neuen Fashion Brand durch und da bin ich als Fotografin bei der Entwicklung der Bildsprache und Stilistik mit eingebunden. Dieser kreative Prozess macht super viel Spaß, und eine Marke von Beginn an mit seinen eigenen Ideen zu prägen ist nicht nur spannend, sondern macht auch unglaublich Freude!


Weitere spannende Interviews findest du auf dem MPB-Blog.

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