
Wissen: 8 Unterschiede zwischen Sigma Foveon- und CMOS-Sensoren
Veröffentlicht am 3. November 2025 von MPB
Sigma ist besonders für seine riesige Auswahl an Objektiven bekannt, produziert aber seit Jahren auch Kameras, die von der Foto-Community oft unterschätzt werden. Das größte Rätsel werfen bei Fotograf:innen die Kameras der Quattro- und Merrill-Reihe auf, die mit ihren ungewöhnlichen Foveon-Sensoren wirklich einzigartige Bilder erzeugen. In diesem Artikel erklären die Fotografen Paul Isgard und Michael Pacheco die Unterschiede zwischen dem Sigma Foveon-Sensor und herkömmlichen CMOS-Sensoren und liefern anschauliche Bildbeispiele dafür, was du mit einem Foveon-Sensor aus deinen Fotos herausholen kannst.

Genauere Farbwiedergabe
Obwohl CMOS-Sensoren inzwischen den Markt dominieren, haben die Foveon-Sensoren dank ihrer einzigartigen Farberfassung und -wiedergabe eine treue Fangemeinde.
CMOS-Sensoren arbeiten mit einzelnen Pixeln, von denen jedes eine bestimmte Farbe erfassen kann: rot, grün oder blau. Anschließend tauschen die einzelnen Pixel ihre Daten mit den benachbarten Pixeln aus, um zu entscheiden, welcher Anteil des Farbspektrums jedem Pixel zugewiesen wird. Dieser Prozess, bei dem das Farbmosaik von den einzelnen Pixeln im Sensor in genaue Farben umgewandelt wird, wird auch als „Demosaicing“ bezeichnet.

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/9.0 | 1/160 sec | ISO 100
Bei Foveon-Sensoren erfolgt die Erfassung der Farbdaten vertikal. Sie sammeln sämtliche Informationen, die sie für die einzelnen Pixel brauchen, sobald du auf den Auslöser gedrückt hast, und verwandeln sie in ein Bild. Theoretisch ist die Farbwiedergabe bei Foveon-Sensoren Farben genauer, da sie nicht auf die Analyse benachbarter Pixel angewiesen ist.
Michael Pacheco: „Foveon-Sensoren sind besonders nützlich, wenn du Farben sehr genau erfassen willst“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/10 | 1/160 sec | ISO 100
Ästhetik im Analogstil
Paul Isgard: „Als ich das erste Mal eine dieser Kameras ausprobierte und die Dateien auf dem Computer öffnete, sah ich eine Schärfe, eine Sättigung und ein Farbprofil, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Die Bilder waren anders als meine sonstigen Digitalaufnahmen. Ihre Ästhetik erinnerte mich an Analogfotos. Nachdem ich mich etwas eingehender damit beschäftigt hatte, wie der Sensor bei den Aufnahmen zu mehr Tiefe beiträgt, vergaß ich doch glatt, dass ich mit einer Kompaktkamera unterwegs war, und benutzte sie wie eine Hybridkamera.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/4.5 | 1/800 sec | ISO 100
Michael: „Das Sensordesign der Sigma-Kameras liefert einen echt einzigartigen Look. Das ist auch einer der Gründe, warum ich oft eher zu einer Sigma als zu meinen anderen Kameras greife.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/2.8 | 4/5 sec | ISO 200
Natürliche Farbwiedergabe
Michael: „Die Bilder sehen genau so aus, wie sie sollten, und die Motive sind schon fast greifbar. Mit einer Sigma-Kamera lassen sich Raum und Farbe realitätsnah wiedergeben. Beim Betrachten bekommt man den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein, anstatt sich ein Foto anzusehen. Die Detailtreue ist einfach unglaublich. Die Farbwiedergabe ist ähnlich wie die einer Mittelformatkamera, aber der Look, den man mit einer Sigma-Kamera erzeugen kann, ist unvergleichbar.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/9.0 | 1/50 sec | ISO 100
Hohe Detailtreue
„Wer nach hoher Detailgenauigkeit sucht, ist mit einer Sigma-Kamera bestens beraten. Die Detailtreue ist fast schon surreal“, findet Michael. „Auch für Porträts sind Sigma-Kameras aufgrund ihres Umgangs mit Farbe und Tiefe eine gute Wahl. Die Motive springen aus dem statischen Bild hervor und erwecken die Fotos zum Leben.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/9.0 | 1/160 sec | ISO 100
Weniger Akkulaufzeit
Paul: „Bei diesem Kamerasystem muss man sich daran gewöhnen, über ein LCD-Display zu komponieren. Das ist zwar nicht immer ideal, aber es macht auch einen Teil des Charmes der Sigma-Kameras aus. Entweder man verliebt sich in dieses Format oder auch nicht – aber wenn doch, dann bleibt man dabei, weil die Bilder einfach beeindruckend aussehen.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/6.3 | 1/800 sec | ISO 100
„Die größten Bedenken habe ich bei den Akkus der DP-Serie, die bei voller Ladung normalerweise für knapp 40 Aufnahmen reichen. Wenn man bedenkt, was diese kleinen Kameras bei der Verarbeitung eines einzelnen Fotos leisten, ergibt das aber durchaus Sinn. Die Vorteile bei der Bildqualität überwiegen hier auf jeden Fall für mich.“
Michael hingegen ist von der Akkulaufzeit begeistert: „Die Akkulaufzeit könnte besser sein, aber ich habe einmal mit einer einzigen Akkuladung 130 Bilder geschafft. Das ist ziemlich beeindruckend, wenn man die Größe der Dateien bedenkt, die diese Kameras generieren.“
Fehlender Sucher
Michael: „Für mich ist der größte Nachteil von Kameras mit einem Sigma Foveon-Sensor, dass sie keinen Sucher haben. Bei hellem Licht kann man auf dem Display nur schwer etwas erkennen – ein Problem, das sich mit einem Sucher beheben ließe.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/2.8 | 1/30 sec | ISO 400
Die Autofokusleistung könnte besser sein
Paul: „Bei guten Lichtverhältnissen bereitet das Autofokussystem kaum Probleme, abgesehen davon, dass ich mir mehr Autofokuspunkte gewünscht hätte – aber wen interessieren die wirklich?“
„Wenn du die DP1 Quattro und die DP2 Quattro für deine Streetfotografie nutzt und genug Zeit sowie ein Händchen für Komposition hast, gelingen die meisten Aufnahmen. Aber bei kleineren oder sich bewegenden Motiven hast du vielleicht weniger Glück.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/4.5 | 4.0 sec | ISO 100
Michael: „Der Autofokus ist langsam, aber bei normaler Beleuchtung äußerst präzise. Wenn du diese Kamera für die Streetfotografie verwenden möchtest, tust du dich leichter, wenn du im manuellen Fokusmodus fotografierst und über die Entfernungsskala auf bestimmte Bildbereiche fokussierst.“
„Bei Motiven, die sich schnell bewegen, ist es besser, eine andere Kamera zu verwenden. Für mich sind diese Einschränkungen absolut akzeptabel, da die Kamera bei ISO 100 mit einer Mittelformatkamera vergleichbar aber deutlich preisgünstiger ist.“

Sigma dp2 Quattro | 30mm | f/8.0 | 1 sec | ISO 100
Performance-Einbußen bei schwachem Licht
Paul: „Die besten Ergebnisse habe ich draußen bei hellem Tageslicht erzielt. Bei ISO-Werten unter 400 arbeitet der Sigma Foveon-Sensor am effizientesten. Höhere Werte können zu Streifenbildung und Verfärbungen führen. Tagsüber enttäuschen mich die Fotos dieser Kamera so gut wie nie.“

Canon 5DS | EF 100mm f/2.8L Macro IS USM | f/11 | 1/200 sec | ISO 1600
Fazit
Paul: „So wie ich arbeite, werde ich neben einer Sigma-Kamera weiterhin auch noch andere Kameras verwenden. Du kannst aber definitiv großartige Fotos machen, wenn du ausschließlich eine Sigma-Kamera – und reichlich Akkus – dabei hast. Allerdings bieten andere Kameras einige Annehmlichkeiten, die bei der Sigma-Reihe fehlen.“
Michael: „Für Fotograf:innen, die von Analog auf Digital umsteigen oder statische Motive fotografieren, sind diese Kameras auf jeden Fall eine gute Wahl. Für mich sehe ich sie eher als Ergänzung zu meiner viel schnelleren Fujifilm X-T3, die meine Ausrüstung abrundet.“

Gebrauchte Sigma DP0 Quattro
Die Sigma DP0 Quattro (Abbildung oben) gehört jetzt auch zu unseren besten digitalen Alternativen zur Hasselblad XPan.
Weitere Testberichte findest du auf dem MPB-Blog.
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